Hintergrundschmuckbild

Pflichtleistungen an Mitglieder

Obligatorisches Altersruhegeld



Anspruch auf Altersruhegeld hat ein Mitglied, das die Regelaltersgrenze erreicht hat. Wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung wird diese für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 schrittweise angehoben. Für vor 1947 Geborene ist die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres, für nach 1963 Geborene mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht. Das obligatorische Altersruhegeld wird vom Ersten des Monats an gezahlt, der auf das Erreichen der Regelaltersgrenze folgt.

Die Berufstätigkeit muss dabei weder eingestellt noch eingeschränkt werden.

Die Höhe des Altersruhegeldes wird bestimmt von der Höhe der geleisteten Beiträge und dem Zeitpunkt ihrer Entrichtung. Die Einzahlungen pro Kalenderjahr werden in das Verhältnis zu der Punktbemessungsgröße in diesem Kalenderjahr gesetzt und so in einen Punktwert umgerechnet. Aus der Summe aller Punktwerte resultiert ein Prozentsatz, der im Jahr der Renteneinweisung mit der so genannten Rentenbemessungsgrundlage multipliziert wird, woraus sich das einzuweisende jährliche Ruhegeld ergibt. Die Rentenbemessungsgrundlage wird alljährlich entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung der Bayerischen Ärzteversorgung angepasst (Dynamisierung).

(§§ 35, 38, 91i der Satzung)


Vorgezogenes Altersruhegeld

Mitglieder, die das 60. Lebensjahr (bzw. das 62. Lebensjahr bei erstmaligem Mitgliedschaftsbeginn nach dem 31.12.2011) vollendet haben, erhalten auf Antrag vorgezogenes Altersruhegeld.

Die Berufstätigkeit muss dabei weder eingestellt noch eingeschränkt werden.

Das vorgezogene Altersruhegeld errechnet sich in gleicher Weise wie das obligatorische. Aus versicherungstechnischen Gründen wird jedoch die erworbene Anwartschaft gekürzt. Die je Monat des Vorziehens zu addierenden Zuschlagsprozentsätze sind der Anlage zu § 38 Abs. 4 der Satzung zu entnehmen.

Anlage zu § 38 Abs. 4

(Abschläge beim vorgezogenen Altersruhegeld)

Für das Vorziehen vom auf das Abschlag
pro Monat
67. Lebensjahr 66. Lebensjahr 0,46 %
66. Lebensjahr 65. Lebensjahr 0,42 %
65. Lebensjahr 64. Lebensjahr 0,39 %
64. Lebensjahr 63. Lebensjahr 0,36 %
63. Lebensjahr 62. Lebensjahr 0,34 %
62. Lebensjahr 61. Lebensjahr 0,32 %
61. Lebensjahr 60. Lebensjahr 0,30 %

(§§ 35, 38, 42 Abs. 4, 91f Abs. 2 der Satzung)


Hinausgeschobenes Altersruhegeld

Mitglieder, deren obligatorisches Altersruhegeld nach dem 31.12.2014 beginnt, können auf Antrag den Ruhegeldbeginn hinausschieben.
 
Die Berufstätigkeit kann dabei, muss aber nicht, fortgeführt werden. Eine Beitragspflicht besteht in der Aufschubphase nur bei sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten, im Übrigen können freiwillige Mehrzahlungen bis zum Jahreshöchstbeitrag entrichtet werden. Aus versicherungsmathematischen Gründen können jedoch alle in der Aufschubphase geleisteten Beiträge nur anteilig in die Verrentung einfließen.
 
Das hinausgeschobene Altersruhegeld wird dann nach einem während der Aufschubphase zu stellenden Antrag, spätestens jedoch ab dem Ersten des Monats, der der Vollendung des 72. Lebensjahres folgt, gezahlt. Das hinausgeschobene Altersruhegeld berechnet sich wie das obligatorische Altersruhegeld. Hinzu kommen Zuschläge für jeden Monat des Aufschiebens des Ruhegeldbeginns. Diese sind der Anlage zu § 38 Abs. 5 der Satzung zu entnehmen.
 
 

Anlage zu § 38 Abs. 5

(Zuschläge beim hinausgeschobenen Altersruhegeld)

Für das Hinausschieben vom auf das Zuschlag
pro Monat
65. Lebensjahr 66. Lebensjahr 0,48 %
66. Lebensjahr 67. Lebensjahr 0,49 %
67. Lebensjahr 68. Lebensjahr 0,50 %
68. Lebensjahr 69. Lebensjahr 0,52 %
69. Lebensjahr 70. Lebensjahr 0,54 %
70. Lebensjahr 71. Lebensjahr 0,55 %
71. Lebensjahr 72. Lebensjahr 0,57 %

(§§ 38, 42 Abs. 3 und 4, 91f Abs. 3 der Satzung)

 

Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Mitglied vor Vollendung des 65. Lebensjahres infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen einer Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte dauernd oder vorübergehend zur Ausübung seines Berufes unfähig ist. Die Berufsunfähigkeit ist durch ärztliche Gutachten nachzuweisen. Eine zusätzliche Begutachtung durch von der Bayerischen Ärzteversorgung zu benennende Ärzte bleibt vorbehalten.

Dieses Ruhegeld wird auf Antrag gewährt. Bei dauernder Berufsunfähigkeit entsteht der Anspruch grundsätzlich mit dem Eintritt der Berufsunfähigkeit. Bei vorübergehender Berufsunfähigkeit entsteht der Anspruch für nicht selbständig tätige Mitglieder grundsätzlich mit Einstellung der Gehaltszahlung, frühestens nach Ablauf des vierten Monats, spätestens nach Ablauf von 26 Wochen, bei allen anderen Mitgliedern nach Ablauf von 26 Wochen seit Eintritt der Berufsunfähigkeit.

Für Mitglieder, die mit oder nach der Vollendung des 55. Lebensjahres berufsunfähig werden, berechnet sich das einzuweisende Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit ausschließlich nach den eingezahlten Beiträgen. Der Berechnungsmodus entspricht dem für das obligatorische Altersruhegeld.

Für Mitglieder, die vor Vollendung des 55. Lebensjahres berufsunfähig werden, wird ein Zuschlag zum aus den Beiträgen berechneten Ruhegeld gezahlt.

Dabei wird aus den in einem maßgeblichen 5 Jahreszeitraum gezahlten individuellen Pflichtbeiträgen und freiwilligen Mehrzahlungen der maßgebliche individuelle Jahresdurchschnittsbeitrag ermittelt; dieser wird als fiktiver Jahresbeitrag für die Zeit zwischen dem Eintritt des Versorgungsfalles und der Vollendung des 55. Lebensjahres zugrunde gelegt und ebenfalls verrentet (sog. Zurechnung).

Für die Berechnung der Zurechnung und der Mindestversorgungsleistung bei Berufsunfähigkeit kann es von Bedeutung sein, wenn bei anderen berufsständischen Versorgungswerken oder ausländischen Versorgungsträgern Versorgungsanrechte bestehen.

Das Mindestruhegeld bei Berufsunfähigkeit beträgt im Jahre 2017 monatlich 1.627,58 EUR, wenn der Ruhegeldbeginn in die ersten fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss fällt und überwiegend eine Beschäftigung gegen Entgelt oder als Arzt im Praktikum ausgeübt wurde. Ferner muss insbesondere die rechtzeitige Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der Bayerischen Ärzteversorgung zu Beginn der Mitgliedschaft vorliegen.

Ab dem Jahr 2020 kann ein Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit nur noch bei deren Eintritt vor Vollendung des 63. Lebensjahres beansprucht werden. Dafür wird es eine Zurechnung mit fiktiven Jahresbeiträgen bis zum 63. Lebensjahr geben. Obergrenze für das so berechnete Ruhegeld ist der fiktive Zahlbetrag für ein vorgezogenes Altersruhegeld bei Vollendung des 63. Lebensjahres.

(§§ 36, 39, 40 der Satzung)


Kindergeld

Die Empfänger von Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit haben Anspruch auf Kindergeld für jedes Kind. Das Kindergeld beträgt 10 % des Ruhegeldes. Das Kindergeld wird bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt.

(§ 41 der Satzung)