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Freiwillige Mehrzahlungen: Gestaltungsspielraum für zusätzliche Altersvorsorge

Im Gegenzug zur Besteuerung der Versorgungsbezüge werden Beiträge zur Altersvorsorge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs sukzessive absetzbar. Dadurch ergibt sich eine steuerliche Entlastung in der Ansparphase. 

Durch das „Zollkodexanpassungsgesetz“ sind die entsprechenden Sonderausgabenabzugsbeträge ab 01.01.2015 erhöht worden. Das maximale Abzugsvolumen lag bisher bei 20.000 € (bei Zusammenveranlagung 40.000 €). Nun wurde das maximale Abzugsvolumen an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Dieser beläuft sich für das Jahr 2018 auf 23.712 €. 

Für das Jahr 2018 können bereits 86% der im Kalenderjahr geleisteten Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken steuerlich berücksichtigt werden. Die Höchstbeträge liegen damit bei 20.392 € (bei Zusammenveranlagung 40.784 €).



Für Arbeitnehmer wird der Abzugsbetrag dabei um den steuerfreien Arbeitgeberanteil gekürzt. Die nachfolgenden Berechnungsbeispiele für Selbständige und Angestellte verdeutlichen, in welcher Höhe Mitglieder die Beiträge an das Versorgungswerk als Sonderausgaben geltend machen können. In diesen Beispielen werden ausschließlich Beiträge an das Versorgungswerk geleistet.

Beispiel 1

Ein 47-jähriger selbständiger, lediger Arzt zahlt im Jahr 2018 den Pflichtbeitrag in Höhe von jährlich 13.000 €. Darüber hinaus nimmt er im Jahr 2018 freiwillige Mehrzahlungen in Höhe von 4.000 € vor.
Ermittlung des Gesamtbeitrages
Pflichtbeitrag 13.000
Arbeitgeberbeitrag
0
Freiwillige Mehrzahlungen
4.000
Gesamtbeitrag
17.000
   
Bestimmung geltender Höchstbetrag  
Höchstbetrag, ledig
23.712
   
Ermittlung des zu berücksichtigenden Beitrags  
Höchstbetrag wird unterschritten, daher ist der geleistete Beitrag anzusetzen
17.000
   
Ermittlung des abzugsfähigen Anteils  
Prozentsatz 2018 = 86 %
14.620
abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil
0
   
Beitrag zur Bayerischen Ärzteversorgung, der im Jahr 2018 steuerlich berücksichtigungsfähig ist
14.620

 


Beispiel 2

Eine 43-jährige angestellte, ledige Zahnärztin zahlt im Jahr 2018 einen Pflichtbeitrag in Höhe von jährlich 10.000 €. Der Arbeitgeber beteiligt sich in Höhe von 50 % (=5.000 €) an den Beiträgen. Darüber hinaus leistet die Zahnärztin im Jahr 2018 freiwillige Mehrzahlungen in Höhe von 1.000 €.
Ermittlung des Gesamtbeitrages
Pflichtbeitrag
5.000
Arbeitgeberbeitrag
5.000
Freiwillige Mehrzahlungen
1.000
Gesamtbeitrag
11.000
   
Bestimmung geltender Höchstbetrag  
Höchstbetrag, ledig
23.712
   
Ermittlung des zu berücksichtigenden Beitrags  
Höchstbetrag wird unterschritten, daher ist der geleistete Beitrag anzusetzen
11.000
   
Ermittlung des abzugsfähigen Anteils  
Prozentsatz 2018 = 86 %
9.460
abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil
5.000
   
Beitrag zur Bayerischen Ärzteversorgung, der im Jahr 2018 steuerlich berücksichtigungsfähig ist
4.460

Sofern Sie die Möglichkeiten der steuerbegünstigten Altersvorsorge weiter ausschöpfen möchten, empfehlen wir, zunächst freiwillige Mehrzahlungen an die Bayerische Ärzteversorgung zu leisten. Diese erhöhen alle Leistungsansprüche, also das Altersruhegeld, die Berufsunfähigkeitsrente und die Hinterbliebenenversorgung. Die Verrentung erfolgt grundsätzlich in gleichem Maße wie bei Pflichtbeiträgen. Darüber hinaus sind keine Abschlussgebühren und Provisionen zu entrichten. Im Übrigen können freiwillige Mehrzahlungen flexibel an die jeweilige Finanzsituation angepasst werden.

Auch im Hinblick auf die Anlagekriterien Sicherheit und Rentabilität ist das Versorgungswerk eine gute Adresse zum Ausbau der Altersversorgung. Die Anlagestruktur beruht auf gesetzlichen Vorgaben und den daraus resultierenden stringenten Vorschriften der staatlichen Versicherungsaufsicht. Mit einer konservativen und vorausschauenden Anlagestrategie wurde bereits in der Vergangenheit ganz bewusst von riskanten Engagements abgesehen. Die Leistungsfähigkeit des Versorgungswerks zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine beständige Dynamisierung der Versorgungsleistungen erfolgen konnte.

Die Höhe der für Sie noch möglichen freiwilligen Mehrzahlungen und deren Auswirkungen auf die künftigen Versorgungsleistungen können Sie Ihrem Jahreskontoausweis mit Anwartschaftsmitteilung vom Januar 2017 (unter Nr. 6) entnehmen. Darüber hinaus können sich Mitglieder - nach Registrierung und Anmeldung - in unserem Online-Portal BÄV24 www.baev24.de jederzeit von zu Hause aus über ihre zu erwartenden Versorgungsleistungen informieren. So lässt sich transparent nachvollziehen, wie sich freiwillige Mehrzahlungen auf das Ruhegeld auswirken.



Freiwillige Mehrzahlungen können sowohl für das laufende als auch das vorhergehende Jahr geleistet werden. Für eine steuerliche Berücksichtigung muss die Zahlung jedoch bis zum 31.12. des Veranlagungsjahres auf dem Konto der Bayerischen Ärzteversorgung eingegangen sein. Überweisen Sie daher - insbesondere gegen Ende des Jahres - rechtzeitig, um bei bankbedingten Verzögerungen keine Nachteile zu erleiden. Einzahlungen sind unter Angabe der Mitgliedsnummer sowie des Verwendungszweckes („Freiwillige Mehrzahlungen für das Jahr ...") auf eines unserer Konten vorzunehmen. Für regelmäßige Zahlungen können Sie uns gerne auch ein Lastschriftmandat erteilen.