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Nachkriegszeit

Die wirtschaftliche Lage war in den ersten Nachkriegsjahren katastrophal. Der Bevölkerung - insbesondere den Flüchtlingen - fehlte es an Lebensmitteln, Brennstoffen und allen sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs. Außerhalb des offiziellen Versorgungssystems bestimmten Tauschgeschäfte den Handel. Zigaretten und Kaffee hießen die Ersatzwährungen auf dem Schwarzmarkt und standen höher im Kurs als die schwache Reichsmark. Durch den starken Flüchtlingsstrom erhöhte sich die Mitgliederzahl bei der Bayerischen Ärzteversorgung im Jahr 1948 auf 7.762 Personen.

Am 20. Juni 1948 trat die damals lang erwartete Währungsreform in Kraft, mit der die inflationäre Reichsmark abgelöst wurde. Nach der Währungsgesetzgebung war ursprünglich vorgesehen, die Versorgungsleistungen in einem Verhältnis von zehn Reichsmark (RM) = eine Deutsche Mark (DM) umzustellen. Aus Verantwortung den Ruhegeldempfängern gegenüber wurde - trotz Anordnung der amerikanischen Militärführung - eine wesentlich günstigere Umstellung vorgenommen, und schon bald konnten die Versorgungsleistungen im Verhältnis 1:1 ausgezahlt werden. Damit bewies die Bayerische Ärzteversorgung, dass sie in der Lage war, in Notzeiten wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Anfänglich umstritten, legte die Währungsreform den Grundstein für die darauf folgende wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands. Hiervon profitierte auch die Bayerische Ärzteversorgung, deren Finanzkraft und Leistungsfähigkeit sich zusehends erhöhte, was unmittelbar den Mitgliedern und Ruhegeldempfängern zugute kam. Exemplarisch seien hier die Einführung der jährlichen Dynamisierung, das vorgezogene Altersruhegeld und Zuschüsse zu Rehabilitationsmaßnahmen genannt. Durch die Gewährung von Darlehen konnten insbesondere viele junge Ärzte eine Praxis eröffnen. Die günstige Entwicklung in der Nachkriegszeit hatte es zudem ermöglicht, eine umfangreiche Erweiterung einzuleiten. Anfang der 50er Jahre wurde die Bayerische Dentistenversorgung mit der Bayerischen Ärzteversorgung zusammengeführt.