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Zeit des Nationalsozialismus

Schon wenige Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme und Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes wurde bei den ärztlichen Verbänden ein Prozess der Gleichschaltung eingeleitet. Jüdische Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte waren zunehmender Verfolgung ausgesetzt. Ihnen wurde die Approbation entzogen und damit die berufliche Existenz zerstört.

Die Machthaber waren bestrebt, regionale Unterschiede zu beseitigen und eine zentral geführte Organisation zu implementieren. Dies zeigte sich vor allem mit dem Erlass der Reichsärzteordnung (1935), in der die Abschaffung der bis dahin selbständigen Ärztekammern vollzogen wurde. In schwierigen Verhandlungen - und unter dem Schutz der staatlichen Versicherungskammer - gelang es der Bayerischen Ärzteversorgung, die Souveränität zu bewahren. Ab dem Jahr 1940 durften allerdings keine Landesausschusssitzungen mehr abgehalten werden.

1942 erweiterte die Reichsärztekammer die Zuständigkeit der Versorgungsanstalt für Ärzte in österreichischen Gebieten. Ebenso wurden die Ärzte des Saarlandes und Lothringens durch Anordnung der Reichsärztekammer zu Pflichtmitgliedern der Bayerischen Ärzteversorgung erklärt.