Allgemeine Informationen

Mitglieder, die den Apothekerberuf im Angestelltenverhältnis ausüben, können aufgrund der Mitgliedschaft im Versorgungswerk die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch nehmen; dies gilt auch bereits für Pharmaziepraktikanten (Pharmazeuten im Praktikum).

Bei einem Wechsel der Beschäftigung (auch bei einem Wechsel der Beschäftigung innerhalb des gleichen Betriebs) muss ein neuer Befreiungsantrag gestellt werden (vgl. Pressemitteilung).
 

Voraussetzungen

Die Befreiung setzt Pflichtmitgliedschaft in der Berufskammer (ausgenommen von dieser Voraussetzung sind Pharmaziepraktikanten (Pharmazeuten im Praktikum)) und im Versorgungswerk voraus und ist im Regelfall auf die Tätigkeit als Apotheker beschränkt; u. U. erstreckt sie sich auf eine andere vorübergehende Tätigkeit. Die Befreiung wird seitens der Deutschen Rentenversicherung Bund rückwirkend ausgesprochen, wenn der Antrag auf Befreiung innerhalb von drei Monaten nach Tätigkeitsaufnahme bzw. Mitgliedschaftsbeginn beim Versorgungswerk oder der Deutschen Rentenversicherung Bund eingegangen ist, sonst ab dem Tag des Antragseingangs.

Verfahren

Antragsformulare sind beim Versorgungswerk erhältlich. Der Antrag ist über das Versorgungswerk zu stellen. Von dort aus wird er an die Deutsche Rentenversicherung Bund weitergeleitet. Bis zur Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung Bund - Befreiungsbescheid - werden die Beiträge zum Versorgungswerk auf Antrag gestundet (falls die Beiträge zunächst an die Deutsche Rentenversicherung Bund abgeführt werden müssen). Spätestens ab Zugang des Befreiungsbescheides der Deutschen Rentenversicherung Bund sind die laufenden Beiträge an das Versorgungswerk zu entrichten; bereits an die Deutsche Rentenversicherung Bund entrichtete Beiträge sind gemeinsam mit dem Arbeitgeber bei der gesetzlichen Krankenkasse (= Einzugsstelle) zurückzufordern und an das Versorgungswerk weiterzuleiten.

Folgen

Ab dem Befreiungszeitpunkt werden die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile des Beitrags statt zur gesetzlichen Rentenversicherung an das Versorgungswerk geleistet. Zur gesetzlichen Rentenversicherung werden keine Pflichtbeiträge mehr gezahlt; dies führt zu Veränderungen im dortigen Versicherungsverlauf, sofern vor Beginn der Mitgliedschaft im Versorgungswerk überhaupt Versicherungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung zurückgelegt wurden.

Überlegungen

Die Möglichkeit der Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung dient in erster Linie dazu, einen einheitlichen Versicherungsverlauf im Versorgungswerk während aller Phasen der Berufsausübung zu ermöglichen. Unterschiedliche Leistungsspektren führen dazu, dass das Versorgungswerk aufgrund der Beschränkung auf den Kernbereich der Altersversorgung dort in der Regel höhere Leistungen erbringt.

Beratung

Die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung erfordert eine umfassende Abwägung, insbesondere wenn schon Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen. Alle Beratungsmöglichkeiten sollten genutzt werden, also auch die Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung Bund. Das Versorgungswerk kann bezüglich der Konsequenzen eines "Austritts" aus der gesetzlichen Rentenversicherung allenfalls beraten, aber selbstverständlich keine verbindlichen Auskünfte erteilen.