Leistungen

Bis 31.12.2012 geltendes Versorgungsrecht:

Die Versorgung im Schornsteinfegerhandwerk verbindet die Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit der Mitgliedschaft bei der Versorgungsanstalt der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger (VdBS) zu einer Gesamtversorgung. Im Ruhestand erhält der Bezirksschornsteinfegermeister dann Renten aus beiden Versorgungssystemen, die zueinander in einer Wechselbeziehung stehen.

Abhängig von der Dauer der mit Beiträgen belegten Mitgliedschaft (= Dauer der Bestellung als Bezirksschornsteinfegermeister, soweit für diese Zeit Beiträge an die Versorgungsanstalt der deutschen Bezirksschornsteinfegermeister gezahlt wurden) wird für einen Schornsteinfegermeister im Ruhestand die individuelle Gesamtversorgung errechnet. Im nächsten Schritt wird die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung auf die ermittelte Gesamtversorgung angerechnet. Den entstehenden Differenzbetrag zahlt dann die Versorgungsanstalt als Ruhegeld.

Unabhängig von der Höhe der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gewährte die Versorgungsanstalt jedoch als Untergrenze die Mindestversorgung, die maßgebend von der Anzahl der mit Beiträgen belegten Jahre abhing.

Ab 1.1.2013 geltendes Versorgungsrecht:

Die Versorgung aus der Zusatzversorgung und aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen grundsätzlich (Ausnahme: Berufsunfähigkeitsabsicherung) unabhängig nebeneinander.

Die erworbenen Anwartschaften der Versorgungsberechtigten auf Ruhegeld aus der Versorgungsanstalt der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger werden zum Stichtag 31.12.2012 berechnet und in Euro ausgewiesen („Startgutschrift“), sofern bereits eine unverfallbare Anwartschaft („fünf Jahre Beiträge entrichtet“) erreicht wurde.

Die „Startgutschrift“ nimmt einen Teil der Rentenberechnung bereits vorweg, indem anhand der mit Beiträgen belegten Mitgliedschaftszeiten bereits zum Stichtag 31.12.2012 die individuelle Gesamtversorgung errechnet wird. Dabei wird schon zu diesem Stichtag die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die dem Mitglied zum 1.1.2013 zustünde auf die ermittelte Gesamtversorgung angerechnet.

Aus diesem Grund hat die VdBS im Dezember 2012 alle Mitglieder angeschrieben und um eine aktuelle Rentenauskunft der gesetzlichen Rentenversicherung gebeten, um die einzelnen Berechnungen erstellen zu können.

Unabhängig von der Höhe der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gewährt auch das neue Recht nach dem 1.1.2013 als Untergrenze die Mindestversorgung, die maßgebend von der Anzahl der mit Beiträgen belegten Jahre abhängt.

Leistungsarten

- Altersruhegeld nach Erreichen der Regelaltersgrenze

Bei Erreichen der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erhält ein ehemaliger Bezirksschornsteinfegermeister oder bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger Ruhegeld aus der Versorgungsanstalt.

Bei den Geburtsjahrgängen ab 1964 liegt die Regelaltersgrenze beim vollendeten 67. Lebensjahr; für die Jahrgänge zwischen 1947 und 1963 zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr.

- Vorzeitiges Altersruhegeld ab Vollendung des 62. Lebensjahres

Ein vorzeitiger Bezug des Ruhegelds aus der VdBS ist bereits nach Vollendung des 62. Lebensjahres mit Abschlag möglich. Sofern der Antrag auf vorzeitigen Bezug bis spätestens drei Kalendermonate nach Vollendung des 62. Lebensjahres gestellt wird, wird das vorzeitige Ruhegeld ab diesem Zeitpunkt gewährt, andernfalls gewährt die VdBS das vorgezogene Altersruhegeld ab dem Monat des Antragseingangs.
Der Abschlag bemisst sich nach der Anzahl der Monate des frühzeitigeren Bezugs gegenüber der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung und beträgt 0,3 % pro Monat. Der Abschlag entfällt, wenn aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte bezogen wird.
 

- Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit

Sofern ein Versorgungsberechtigter berufsunfähig ist, d.h. infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte außerstande ist, eine Erwerbstätigkeit als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger auszuüben, gewährt die Versorgungsanstalt auf Antrag Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit.

Voraussetzung hierfür ist, dass

  • die Berufsunfähigkeit vor Erreichen der Regelaltersgrenze eintritt,
  • vor Eintritt der Berufsunfähigkeit eine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt wurde,
  • in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Berufsunfähigkeit drei Jahre Beiträge an die Versorgungsanstalt gezahlt wurden und
  • die Bestellung auf Grund des § 12 SchfHwG aufgehoben worden ist.

Für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1973 geboren wurden, wird auch dann Ruhegeld gewährt, wenn die Berufsunfähigkeit erst nach dem 31.12.2014 eintritt und die Voraussetzung von drei Beitragsjahren in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Berufsunfähigkeit damit nicht mehr vorliegt. Voraussetzung ist jedoch, dass die betroffenen Mitglieder nicht von ihrem Befreiungsrecht in der gesetzlichen Rentenversicherung Gebrauch gemacht haben und nicht später als zwei Jahre nach Aufhebung der Bestellung berufsunfähig geworden sind.

- Hinterbliebenenversorgung

Als Hinterbliebenenversorgung zahlt die Versorgungsanstalt Witwen- oder Witwergeld bzw. eine entsprechende Versorgung für den hinterbliebenen Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz in Höhe von 60 % (55 %*) des Ruhegeldes, Vollwaisengeld in Höhe von 40 % und Halbwaisengeld in Höhe von 20 % des Ruhegeldes.

* Eine Witwen/Witwerrente in Höhe von 55 % des Ruhegeldes des verstorbenen Ehegatten wird gezahlt, falls die Ehe nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde, oder beide Ehegatten, unabhängig vom Datum der Eheschließung, nach dem 01.01.1962 geboren wurden.