Nachhaltige Kapitalanlage in der Bayerischen Versorgungskammer

Bayerische Versorgungskammer - Wir mischen uns ein

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) führt als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands die Geschäfte von zwölf berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen. Nachhaltig ist nicht nur unser Kerngeschäft der Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung, sondern auch unsere Kapitalanlage: Wir wollen robuste Renditen bei gleichzeitig hoher Sicherheit erwirtschaften, um die Leistungen der Altersversorgung auf Generationen hinaus finanzieren zu können.

In Bayern hat ca. jeder fünfte Haushalt Ansprüche auf Leistungen der BVK - das bedeutet eine wichtige gesellschaftliche Rolle und Verantwortung.
Das „Produkt“ Alters- und Berufsunfähigkeitsversorgung in den berufsständischen und kommunalen Versorgungswerken ist von der Einzahlung bis zur Auszahlung auf mehrere Jahrzehnte angelegt. Durch das Element der Hinterbliebenenversorgung erreicht sie sogar mehrere Generationen und muss entsprechend vorausschauend und sicher gestaltet werden.

Daher sind die Geschäftsleitung der Bayerischen Versorgungskammer wie auch die Selbstverwaltungsgremien der Anstalten seit jeher Nachhaltigkeitsgrundsätzen gefolgt, aber bis 2010 ohne ein explizit definiertes Regelwerk und eine klar festgelegte Strategie. Spätestens durch die Erfahrungen in der Finanzmarktkrise 2009 zeigte sich aber, dass dies bei weitem nicht mehr ausreicht. Die Interessenskonflikte von Anbietern von Anlageprodukten auf der einen Seite, also Banken und Asset Managern, und den Produkt-Nachfragern auf der anderen Seite, also den Institutionellen Investoren, traten in der Finanzmarktkrise so offen wie nie zuvor zu Tage. Sei es der auf kurzfristigen Erfolg allgemein ausgerichtete Marketingerfolg von Investmentbanken, der u. a. auch das Entlohnungssystem seiner Leistungsträger prägt oder die ungleiche Risikoeinschätzung von Produktanbietern und Käufern, es zeigte sich deutliche Kluft, um die sich die Institutionellen Investoren zuvor nicht ausreichend genug gekümmert hatten. Die Geschäftsführung der Bayerischen Versorgungskammer erkannte als eine der großen europäischen institutionellen Kapitalanleger, dass sie die Interessen der von ihr betreuten Anstalten insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit in Zukunft deutlich stärker gegenüber ihren Geschäftspartnern vertreten muss.

Das Wachstum im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlage gibt uns dabei Recht.

Seit der Unterzeichnung der PRI durch die BVK im April 2011 verdoppelte sich die Zahl der Mit- Unterzeichner bis Ende April 2017 auf mittlerweile 1714 Gesellschaften. Die BVK nahm dabei als erster Altersversorger in Deutschland eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit ein.
Von den ca. 120 Vermögensverwaltern, mit denen die BVK zusammenarbeitet, entschlossen sich seither 35, ebenfalls den PRI beizutreten. Damit haben sich von ihnen knapp 70% zur nachhaltigen Kapitalanlage verpflichtet.

Weltweit stiegen die Investments von professionellen Anlegern, die nach nachhaltigen Grundsätzen verwaltet werden, laut einer Studie der Global Sustainable Investment Alliance zwischen 2014 und 2016 von 18,3 Billionen USD auf 22,89 Billionen USD an.

Wir betrachten den Nachhaltigkeitsaspekt dabei nicht in erster Linie unter Performance- Gesichtspunkten, weil wir erst einmal kurz- bis mittelfristig nicht davon ausgehen, dass nachhaltige Investments unbedingt einen Vorteil bieten. Anders sieht es jedoch in Sachen Risikomanagement und langfristige Entwicklung. Es geht auf lange Sicht nicht ohne verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln, weder bei uns selbst noch bei den Emittenten, in die wir investieren. Und hier stehen wir in der Pflicht, unserer treuhänderischen Aufgabe gerecht zu werden und in Anlagen zu investieren, die langfristig stabile Renditen bringen, ohne Risiken in den Bereichen Soziales, Ökologie oder Governance einzugehen. Denn der Reputationsschaden von heute - aus Investorensicht vordergründig oft unerheblich - ist möglicherweise der Kursrutsch von morgen. Wir sind ein engagierter Investor, wir mischen uns ein. Das ist ein langfristiger Prozess, aber wir sind überzeugt, dass es der richtige Weg für uns und unser gesellschaftliches Umfeld ist, um auf lange Sicht eine stabile und im Wortsinne gute Wertschöpfung zu erreichen